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Talentierte Flüchtlingskicker

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Über 1,2 Mio. Schutzsuchende haben sich in Deutschland 2015 und 2016 registriert. Die überwiegende Mehrzahl davon kommt aus den drei Staaten Syrien, Irak und Afghanistan. Aus fußballerischer Sicht unbedeutende Herkunftsländer.

Allein 42.000 Spielberechtigungen (!) stellte der DFB 2015 an Menschen mit einer Flucht- oder Zuwandergeschichte aus, damit sie hierzulande in einem Verein kicken können. Dreimal mehr als 2012.

Unter den Neuankömmlingen sind viele Ex-Profis oder Talente, die mit Hilfe des Sports versuchen, ihre berufliche Zukunft hierzulande zu gestalten.

Wie der 25jährige Syrer Waseem Alrazj:

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Vor ein paar Jahren spielte er noch in der ersten syrischen Liga unter dem Konterfei des Despoten Assad.

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Torsten Schlegel, Trainer SV Schluchtern

im Gespräch über Waseem Al Radz.

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Für seinen damaligen Trainer beim SV Schluchtern ist Waseem nicht nur sportlich eine Verstärkung, sondern auch menschlich.

Für die Bundesliga wird es bei ihm zwar nicht reichen, dafür besitzt er im Vergleich zu den gut ausgebildeten Akteuren in Deutschland zu viele taktische Defizite.

Aber Torsten Schlegel sieht im Interview die Oberliga (5. Liga) für Waseem als machbar an:

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Mit Hilfe des Fußballs Bildungswege aufzeigen.

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Viele Vereine haben erkannt, dass Flüchtlinge eine Bereicherung sind - und die Vereinsarbeit beleben.

Sie wollen nun auch vermehrt Bildungswege aufzeigen. Flüchtlinge können ehrenamtlich Verantwortung übernehmen: Als Trainer, Betreuer, Schiedsrichter, oder Platzwart.

Oder sie gehen einer bezahlten Vereinstätigkeit nach: im Minijob, Praktikum, oder im Freiwilligen Sozialen Jahr. Einige Landesverbände wie in Berlin, Schleswig-Holstein oder Bayern haben dafür Experten eingestellt.

Das macht Sinn, denn lt. einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) verfügen die Migranten über durchschnittlich 9 Jahre Bildungsdauer. Deshalb denkt fast jeder Flüchtling, dass er innerhalb von 2 Jahren hierzulande Arbeit findet.

Die Deutsche Fußball-Liga hat zusammen mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung Willkommensbündnisse geschmiedet. In der Regel arbeiten dort Profivereine, Amateurklubs und Bildungsträger mit Geflüchteten zusammen, insgesamt achtzig Organisationen. Damit soll der Weg für die Neuankömmlinge in die berufliche Bildung geebnet werden, der Fußball dient als Türöffner.

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Für manche der Refugees ist sogar die Bundesliga ein reales Ziel als Arbeitsplatz.

Seit der Saison 2016/2017 spielen Neuankömmlinge sogar in der Bundesliga - meist jedoch in der 3. Liga oder darunter in der Regionalliga, wie folgende Aufstellung dokumentiert:

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Kampf um die Neuankömmlinge.

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Die Talente unter den Flüchtlingen sind gefragte Kicker. Schließlich gelten sie als unbeschriebenes Blatt, das bisher hierzulande noch nicht entdeckt wurde, noch bei einem Spielerberater unter Vertrag steht.

Das ist die Chance für all die Glücksritter im Fußball, die dort auf den schnellen Euro hoffen. Denn wer ein solches Talent in den ersten drei Ligen in Deutschland unterbringt, bekommt vom Gehalt des Kickers zwischen 7-15 %. Je höher der Flüchtling also kickt, desto mehr springt für seinen Entdecker raus. Und die nennen sich eben Spielerberater oder Scouts. Sie kassierten zwischen März 2016 bis März 2017 allein in der Bundesliga Honorare von über 146 Mio. Euro.

Das Beispiel Bakery Jatta dokumentiert sehr gut, dass nicht die sportliche oder integrative Entwicklung des Spielers an erster Stelle steht. Sondern ihn möglichst schnell auf ein entsprechendes Gehaltsniveau zu bekommen. Damit sein Berater entsprechend mit verdienen kann.

So war der Öffentlichkeit schon vor den Vertragsverhandlungen zwischen Jattas Berater und dem HSV bekannt, wie viel der Spieler verdienen müsse. Abgesehen davon, dass sein Berater Firat Aktas eine zwielichtige Vita im Fußball besitzt.

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Mein Interview dazu im Deutschlandradio Kultur vom 18.09.2016

Im Kollegengespräch mit dem Nachspiel im DradioKultur berichte ich über die geschäftlichen Interessen der Spielerberater von Flüchtlingskickern.

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Die Praxis der Spielerberater ist also ein zwielichtiges Geschäft. Natürlich gibt es verlässliche Vertreter dieser Branche, sie vom Rest zu unterscheiden, ist aber nicht leicht. Schon gar nicht für die Neuankömmlinge.

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Einer dieser Glücksritter ist Ivan Knezovic.
Er sucht deutschlandweit die besten Kicker unter den Flüchtlingen.

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Sie sind neu in einer fremden Kultur, und absolut unwissend in den speziellen Gepflogenheiten des Fußball-Profitums. Dazu mit großer Hoffnung ausgestattet mit dem Fußball hierzulande eine Perspektive aufzubauen. Diese drei Aspekte machen Tür und Tor auf für die modernen Glücksritter im Fußball-Geschäft. Spielerberater oder Scouts nutzen die Unwissenheit und Unerfahrenheit der Refugees aus, um ihren eigenen Profit zu forcieren.
 
Glücklicherweise fördern in den unteren Ligen die Vereine an der Basis die Integration, und versuchen mit Hilfe der Programme von DFL & Co. den Refugees berufliche Chancen + Bildung aufzuzeigen.

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